Tagesablauf

Freiräume und Rituale: Der Tagesablauf im Biberbau

Kinder brauchen Sicherheit und Orientierung – und gleichzeitig Raum, ihren individuellen Bedürfnissen nachzugehen. Der Tagesablauf im Biberbau schafft Raum für beides.

Guten Morgen! So startet unser Tag.

Jeder Tag im Kindergarten Biberbau wird gemeinsam begonnen: Nach dem Frühstück gehen alle Kinder mit ihren PädagogInnen in ihren Gruppenraum und treffen sich dort zum Morgenkreis. Hier singen wir gemeinsam Lieder, üben Zählreime, machen kleine Spiele und besprechen mit den Größeren Kindern unsere Wünsche und Gedanken zum Tag. Zur Zeit besonderer Feste, zum Beispiel rund um Weihnachten, befassen wir uns mit den verschiedenen Bräuchen und lassen das Thema spielerisch mit einfließen. Der Morgenkreis ist eine feste Größe in unserem Alltag – und die Kinder freuen sich darauf. Die kleine Anna, 1,5 Jahre, macht schon fleißig mit, wenn alle gemeinsam das Lied „The wheels of our bus go round and round“ singen. Sie rollt mit den Armen und singt einzelne Wörter mit. Benjamin, 3,5, in der Kleinkindgruppe kann bei den Zählspielen schon flüssig auf Deutsch und Englisch mitzählen und tut das mit Begeisterung.

Freies Spiel und behutsame Anleitung

Vormittags ist Freispielzeit – und Zeit zur intensiven Beschäftigung mit unseren zahlreichen Spiel- und Lernmaterialien. Unsere Raumaufteilung ermöglicht es den Kindern, sich selbstständig in den verschiedenen Bereichen des Gruppenraumes zu bewegen und dabei selbst zu entscheiden, womit sie sich befassen möchten. Die PädagogInnen unterstützen Ihr Kind dabei behutsam: Anna möchte mit ihrer Freundin Luisa, 2 Jahre, in der Bauecke spielen. Die Mädchen nutzen die verschiedenen Holzbauteile, um kleine Türme zu bauen und wieder umzuwerfen. Luisa ist etwas älter, ihre Türme wachsen ein wenig höher als die von Anna. Anna beobachtet ihre Freundin und eifert ihr nach. Beide haben viel Spaß beim Bauen – und sie glucksen vor Vergnügen, wenn die Steine umfallen und dabei laut Klackern.

Benjamin spielt mit Sophia, 4, und Alex, 3,5, in der Kinderküche. Sie verwenden kleine Holzmesser, um mit Klettverschlüssen zusammengehaltenes Spielzeugobst zu schneiden und in kleine Schüsseln zu legen. „Obstsalat“, strahlt Benjamin, als die drei fertig sind. In der Montessori-Ecke arbeite verschiedene Kinder unter der Anleitung einer Pädagogin mit verschiedenem Sinnesmaterial: Sie erfühlen weiche Tücher, lassen Kastanien in Holzkisten scheppern und rollen weiche Filzbälle.

Wir sind dann mal weg!

Bei beinahe jedem Wetter gehen wir im Biberbau nach draußen. Entweder, sofern vorhanden, in unseren eigenen Gartenbereich, in dem die Kinder Spielen und Toben können, oder wir machen einen Ausflug zu einem nahegelegenen Ziel. Mit den Kindern die unmittelbare Umgebung erkunden macht sehr viel Spaß – und sie werden sehen, dass Ihr Kind begeistert von seinen Ausflügen berichten wird! Selbstverständlich achten wir darauf, dass alle Kinder wettergerecht gekleidet sind und geben auch Ihnen als Eltern Bescheid, falls besondere Kleidung notwendig ist.

Gesundes und gutes Mittagessen

So viele neue Eindrücke machen hungrig! Deswegen freuen sich die Kinder im Biberbau schon ab dem späten Vormittag auf das Mittagessen. In unseren Kindergärten wird täglich frisch gekocht, wir achten auf eine ausgewogene Zusammensetzung des Speiseplans und kaufen ausschließlich Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau für die Zubereitung ein. Außerdem ist es uns wichtig, dass die Kinder schon früh die bunte Vielfalt unserer Lebensmittel kennen lernen: Wir verzichten auf hochallergene Stoffe, bieten aber sonst sehr vielseitige Gerichte an, die die Kinder gerne probieren. Frederik, 2 Jahre, war beim Sauerkrautstrudel zuerst sehr skeptisch – mittlerweile ist es sein Leibgericht!

Zeit zum Ausruhen

Vor allem unsere Kleinsten sind nach dem Mittagessen oft schon sehr müde. Der geschützte Raum im Biberbau hilft Ihrem Kind dabei, sich zu entspannen und zur Ruhe zu finden. Jedes Kind hat seinen eigenen, festen Schlafplatz, ein eigenes Fach mit Schlafanzug und Zahnbürste. Vor dem Mittagsschlaf ziehen wir uns um, putzen die Zähne, stimmen uns auf Ruhe ein – und dann? Schlafen die Kinder meist ohne Probleme ein. Annas Mutter war überrascht: „Dass das Schlafen von Anfang an so gut funktioniert hat, hat mich besonders begeistert. Ich hätte gedacht, dass Anna Schwierigkeiten hat, in der neuen Umgebung zur Ruhe zu finden – aber sie hat beinahe von Anfang an ohne Probleme zu Mittag geschlafen.“ Diese Erfahrung machen wir bei beinahe allen Kindern: Ein vertrauter Raum schafft die Sicherheit, sich fallen zu lassen.

Und der Nachmittag?

Auch nach dem Mittagsschlaf haben Ihre Kinder die Möglichkeit, sich in den Gruppen frei zu beschäftigen. Gerne nutzen wir diese Zeit auch, um uns untereinander zu „besuchen“ und die Kinder und Räume der anderen Gruppen kennenzulernen. Wir bieten Sprachförderung, musikalische Früherziehung, eine Babystunde (mit Elementen von PEKiP, Pikler, Montessori und Musik), heilpädagogische Angebote und viele weitere Möglichkeiten an, die an das jeweilige Lebensalter ihres Kindes angepasst sind. Der Tagesablauf, die Wochenplanung, besondere Veranstaltungen und Angebote hängen zusätzlich neben der Gruppentür und/oder
im Eingangsbereich aus.